Veranstaltungen 2013

Niederschriften  2013

 

2013 – 5  Niederschrift    

Vortrag und Ahnenbörse am  09. November 2013,  Gaststätte "Zur Leimrute"  04600 Altenburg-Knau

Zur 1. Ahnenbörse unseres AK haben wir an einem Samstag ein verändertes Konzept geprobt. Ziel war den Austauschprozess und die persönlichen Kontakte der Forscher zu fördern und, ähnlich einer Börse, mit Daten zu „handeln“. Andererseits sollten Berufstätigen und Neueinsteigern die Möglichkeit zu Information und Austausch gegeben werden. Bereits 10:30 Uhr trafen sich 34 Teilnehmer in der Gaststätte im Altenburger Umland. 

Zu Beginn sprach Herr Dieter Saupe aus Zwenkau, E-Mail: Kommidi@t-online.de , zum Thema „Die Saupes aus dem Kohrener Land auf dem Weg nach Leipzig“.  Er berichtete über seine Erkenntnisse  zur Namenserklärung, Herkunft und Wanderbewegung der Namensträger Saupe. Den Namen Saupe / Sauppe führt er auf den mittelhochdeutschen Amtsnamen „sapan“, slawisch „supane“ für Edelmann, Fürst, Verwalter eines Gutes, welcher auch im Namen Schuppan vorkommt, zurück. Diese Personen wurden bei der Besiedlung des Gebietes um Meißen als Gerichts- und Verwaltungspersonen, sowie als Guts- und Lehnsträger eingesetzt, also ein verlängerter Arm der neuen Verwaltung. Bei seine Forschungen zu Namensträgern Saupe konnte er bisher ca. 2800 Personen zusammentragen. Als Hauptverbreitungsgebiet wurde der Raum Leipzig-Altenburg und Mittweida, sowie Zwickau-Gößnitz ermittelt. So fand er ab 1560 im KB Neukirchen und Wyhra 66 Personen, ab 1610 in Groitzsch 24, ab 1650 in Flemming, Frohburg, Eschefeld 54, ab 1680 in Kayna.6, ab 1732 in Borna, Kahnsdorf, Mölbis 256 und ab 1800 in Leipzig und Zwenkau 284 Saupes. Anhand des Ersterwähnung und der familiären Beziehungen lassen sich die Wanderungen nachweisen. Seine Vorfahren waren Hintersässer, Halbhüfner, Gärtner, also hauptsächlich mit der Landwirtschaft verbunden. Später kamen handwerkliche Berufe hinzu. Vielfach waren Saupes auch Kirchväter oder Gerichtsschöppen. Die Namensschreibweise wurde phonetisch, aber auch mit dem Ziel der Familienunterscheidung oder wie der Schreibende gerade Lust hatte, vorgefunden. Es kam vor, dass eine Person als Saupe getauft, als Sauppe heiratete, um als Saupe begraben zu werden. Oder von 10 Kindern einer Familie wurden 7 als Sauppe und 3 als Saupe getauft. Andererseits schrieb man eine Familie streng Saupe, eine andere als Sauppe. Als Besonderheit berichtete er von 2 Hinrichtungen, 1751 in Frohburg und 1840 in Leipzig, sowie den Trauungen gleicher Namensträger aus unterschiedlichen Herkunftsorten. Insgesamt fand Herr Saupe in 602 Orten Mitteldeutschlands die Namen Saupe und freut sich über Austauschmöglichkeiten. Herr Klingner bedankte sich für den informativen, mit viel Beifall bedachten Vortrag und wünscht erfolgreiche Kontakte und Forschungserfolge. 

Im Anschluss wurden bei einem gemeinsamen, vorzüglichen Mittagessen erste Gespräche geführt, welche bei der nachfolgenden Tauschrunde intensiviert wurden. Stammtafeln, Ahnenlisten, Bücher, und PC-Inhalte bildeten fortan die Basis der wechselnden Gesprächsrunden. Informationen über Forschungsmöglichkeiten im Internet und Datenquellen in Archiven wurden erläutert. Auch anschauliche Forschungsergebnisse in Buch- und Stammbaumform konnten bestaunt werden. Mit diesen Eindrücken und Informationen sollten die Teilnehmer ein Stück ihres Forschungsweges vorankommen und für 2014 auf eine ähnliche Veranstaltung hoffen. Dann muss ich als Organisator von dem unerwarteten guten Zuspruch lernen und größere Räumlichkeiten anmieten. Obwohl Veranstaltungen dieser Größenordnung immer Unsicherheiten bergen und Interessenten mit einer verbindliche Anmeldung das Risiko mindern könnten. Bleibt zu hoffen, dass gerade Einsteiger den Weg zum Verein und Veranstaltungen finden.

2013-11-11  Steffen Klingner 

 

   2013 – 4   Niederschrift 

   Veranstaltung am Mittwoch, 28. August 2013, im Residenzschloss Altenburg, Vortragsraum

Herr Uwe Strömsdörfer, Dipl-Restaurator (FH) im Residenzschloss Altenburg, sprach zum Thema des Abends: Die Fotografische Sammlung des Residenzschlosses Altenburg – Möglichkeiten für die Familienforschung“ vor 40 interessierten Zuhörern. Durch seine berufliche Tätigkeit und technisches Interesse kam der Vortragende in Berührung mit dem fotografischen Fundus in Form von Glasnegativen, Negativen und originalen Papierabzügen des Schloss- und Spielkartenmuseum Altenburgs. In seinem Vortrag führte er aus: „Heutzutage ist Fotografie ein allgegenwärtiger Bestandteil unseres Lebens. Mit der Erfindung fotografischer Techniken gelingt es erstmals die Geschichte selbst und die darin vorkommenden und handelnden Menschen unverfälscht, detailreich und real abzubilden.“ Aus dem Jahresbericht des Altenburger Kunst- und Gewerbevereins 1839 geht hervor, daß die Daguerresche Erfindung (Fotografie) in Altenburg schon bekannt war, bevor sie von der französischen Akademie der Wissenschaften veröffentlicht wurde. Die ersten Berufsphotographen waren „Wanderdaguerreotypisten“, welche vor allem auf Jahr-, Weihnachtsmärkten und Vogelschießen aktiv waren. Als erster davon bot der Mainzer Chemiker M. W. Stein im Juni 1843 im Fürstenkeller bei Otto Beer an der Teichpromenade den Altenburgern für einige Tage „seine Dienste zur Aufnahme von Daguerreotypien“ an. Später waren es Eduard Wehner und Dr. Karl Winkler aus Leipzig, Bertha Beckmann aus Cottbus, der Professor für Mathematik und Physik am Friedrich-Gymnasium Johann Simon Braun, der Porzellanmaler Friedrich Göbel, der Maler-Professor Heinrich Finke sowie der gebürtige Altenburger Gustav Hohl. 1858 eröffnete der aus Ponitz stammende Victor Immisch in Altenburg seine „Photographische Anstalt“ in der Langengasse. Hermann Fötsch, Schüler des Malers Friedrich Ludwig Theodor Doell (1789-1863), malte und kopierte zunächst hauptsächlich Bildnisse. Von den durchreisenden Münchner Reisefotografen G. Mark und J. Seboldt erlernte Fötsch die Papierfotografie nach dem Talbotschen Verfahren. 1854 befand sich sein Atelier in dem von ihm 1852 erworbenen Haus, Auf den Röhren Nr. 1111B, und erhielt als erster Fotograf am 10.10.1862 von Herzog Ernst I. das Prädikat „Hofphotograph“ verliehen. „Hofphotograph“ wurden später die Altenburger Photographen Arno Kersten (1871), Robert Lanzendorf (1879), August Otto (1883), Ernst und Hermann König in Fa. Gebrüder König (1896) und Paul Winkler (1900). Die Genehmigung zur Weiterführung des Prädikats des vorherigen Firmeninhabers durch den Nachfolger erhielten Albin Geßner (1906) als Nachfolger von Paul Winkler und Otto Kersten (1907) als Nachfolger seines Vaters Arno Kersten. Otto Kersten führte das Atelier bis zum Verkauf an Joseph Bernath am 01.10.1912. Nach dem Tode von Joseph Bernath wurde das Geschäft von seiner Frau und ab 11.09.1951 von seinem Sohn Siegfried weitergeführt. 1992 erfolgte die Übereignung des gesamten fotografischen Bestandes der Familien Arno und Otto Kersten als auch des Ateliers Joseph Bernath, durch dessen Nachfahren, in die Bestände des Museums. Etwa 20 000 Glasplatten, von den Anfängen der frühen 1860iger Jahre bis weit in die 20iger Jahre des 20. Jahrhunderts, waren in nummerierten Kartons oder lose in Holzkisten untergebracht. Unzählige Papierabzüge und Negative bis hinein in die 1970iger Jahre ergänzten die umfangreiche Sammlung. Ein Stück Altenburger Zeitgeschichte, eingefangen in Aufnahmen von über hundert Jahren. Die Motive reichen von Portrait-Aufnahmen aller Gesellschaftsschichten, Gruppen-, Landschafts-, Tier- und Firmenaufnahmen, sowie Gebäude und Umgebung Altenburgs. Ein besonders glücklicher Umstand ist, dass mit der Übernahme des fotografischen Bestandes auch die dazugehörigen Registerbücher der Fotografen Arno Kersten, Otto Kersten und Joseph Bernath erfolgte. Dieser Umstand ermöglicht, von den nummerierten Negativen, die Ermittlung von Entstehungszeit, Fotograf, Auftraggeber bzw. die dargestellte Person. Zu den übernommenen Registerbüchern gehören die Zeiträume 1870-1894, 1895-1927, 1928-1934, 1935-1941 und 1943-1953. Mit den Registerbänden der Zeiträume 1870-1894, 1895-1927 und 1928-1935, lassen sich besonders günstig Suchkriterien ansetzen, was einer akribischen und übersichtlichen Buchführung zu verdanken ist. Die älteste Registratur von 1870-1894 ist bis einschließlich dem Buchstaben „H“ bearbeitet. Sie beinhaltet bisher 7963 Einträge. Die Jahre 1913-1915 sind mit 1387 Einträgen, 1915-1917 mit 2996 Einträgen, 1928-1935 mit 1431 Einträgen und die Jahre 1934-1941 mit 48 Einträgen bearbeitet. Somit sind 13 825 Einträge bisher digital erfasst. Um bei der Bearbeitung einen möglichst effizient bearbeiteten Weg zu gehen, bei dem auch die konservatorische Sicht auf die wertvollen Platten nicht vernachlässigt werden darf, müssen die Verzeichnisse abgeglichen werden. Zur Forschung werden nur noch die Digitalisate benutzt, welche mit 600dpi gescannt wurden und somit publikationsfähig sind. Bei der Digitalisierung wird die gesamte Glasplatte gescannt, auch alle Informationen in den Randbereichen der Platte. Anschließend werden die Glas- und Papierträger nach konservatorischen Gesichtspunkten in säurefreien Klappumschlägen und Kartons verpackt. Während der Bearbeitung des Bestandes, kommt es immer wieder zu Überraschungen und zum Teil sensationellen Entdeckungen, unter den älteren Kollodiumplatten von Arno Kersten, der Jahre 1870–1894, wurden z. B. 72 Aufnahmen der Altenburger herzoglichen Familie entdeckt. Betrachtet man fotografische Sammlungen anderer Häuser, beispielsweise das stadtgeschichtliche Museum Leipzig mit einem Bestand von 3452 Glasnegativen, wird die Bedeutung dieser Sammlung deutlich. Ein Anfang ist getan, jedoch stehen noch viel Mühe, Zeit und Kosten aus. Dennoch besteht die Möglichkeit nach Porträt-, Gruppenbildern oder Häuseraufnahmen nachzufragen und in den neu erstellten Datenbanken zu fahnden zu lassen. Interessant und die wahrscheinlich effektivste Variante wäre der Aufbau einer allgemein zugänglichen Datenbank im Internet. Ein gutes Beispiel dafür ist die Deutsche Fotothek der Sächsischen Landes- und Universitätsbibliothek (SLUB).

2013-09-09  Uwe Strömsdörfer / Steffen Klingner

 

2013 - 3   Niederschrift 

 

Veranstaltung am  26. Juni 2013, im Residenzschloss Altenburg, Bachsaal, 04600 Altenburg

 

Zum Thema des Abends: „Die Bauern von Breesen 1413 – 2013, Beiträge zur 600jährigen Geschichte“ sprach Herr Holger Meutzner, Waldstr. 23,  08468 Reichenbach/ Vogtland, Telefon: 0 37 65 – 71 94 07; E-Mail: meutzner-rc@freenet.de

Herr Klingner begrüßte die Anwesenden zur 3. Veranstaltung 2013 und stellte den Referenten Herrn Holger Meutzner, aus Reichenbach/ Vogtland, vor.

     Herr Meutzner war bei der Erforschung der Familie seiner Ehefrau besonders in den Parochien Tegkwitz, Mehna, Göllnitz, Dobitschen und Umgebung aktiv. Dabei stieß er auf die Bauern des Beidorfes Breesen mit ihren 4 großen Bauenhöfen, welche er bis 1413 zurückverfolgen konnte. Zusammen mit Tegkwitz, Kreutzen und Starkenberg bildeten sie die Parochie Tegkwitz im Altenburger Land. Mit seinen 4 von 7 Anspanner-höfen war es der wirtschaftsstärkste und damit einflußreichste Ort der Parochie. Herr Meutzner stellte die geschichtliche Entwicklung der Markgrafschaft Meißen bis zur Teilung der Wettiner Lande 1411 dar. Markgraf Wilhelm II. von Meißen („der Reiche“) erhielt Osterländische und Pleißenische Gebiete. Mit seiner Wahl Altenburgs zur Residenz wurde die bisherige Burgkapelle „St. Mariae“ zu einer Kollegiatsstiftskirche erhoben. Im Stiftungsbrief von 18.06.1413 (nach damals gültigen julianischen Kalender) wurden die beiden Breesener Bauern, Junge Peter und Peter Lindner, als Leistungspflichtige erwähnt und damit der bisherige Beginn der urkundlichen Erwähnung Breesener Bauen ermittelt, welcher sich in diesen Tagen zum 600mal jährt.  

Die wichtigsten Breesener Familien auf den 4 Höfen waren:

    1. Junghans 1413-1879, abgelöst durch Zetsche aus Misselwitz bis 2013

    2. Kratzsch 1442-1637, Meuche 1637-1652, Heitsch 1652-2013

    3. Kratzsch 1465 -1754, Köhler 1755–1875, Kröber 1876-1911, Kühn 1911-1932,  Riedel (Zwangsversteigerung) 1933-2013.

    4. Junghans 1489-1505, Burghart 1 1505-1605 (Kauf), Burghart 2 1605-1691 (Gut-Tausch),  mit  Unterbrechung Günther 1646-1669, 

        Benndorf 1691-1744, Heitsch 1 1744-1769, Heitsch 2 1769-2013 

Bei seiner Recherche untersuchte er besonders die Entwicklung der Lebens- und Arbeitswelt, die Veränderung der Besitztümer, Gegenstände und anderer Dinge, wie auch der Umgang mit Rechten und Pflichten, Erbverteilung, Lehns- und Fronabhängigkeiten, die Abhängigkeit von Obrigkeiten und Kirche, die das Leben der Bauern beeinflussten. Die Klassifizierung der Landbevölkerung,  Zehnte, das Gerichtswesen, Eigentum und Besitzrecht (Erbrecht, Kürrecht und Minorat), das Fronwesen, die Lehnsabhängigkeit mit der starken Zersplitterung des Besitzes gehörte dazu. Breesener Bauern hatten als Untereigentümer bis zu 6 Obereigentümer. Er ging auf seine Probleme mit Sekundärliteratur ein, welche durch Chroniken und anderen Abhandlungen kritiklos weiterverbreitet wurden. Damit wurden Fehler zur „Wahrheit“. Das wirkte sich so aus, dass Angaben zu Reihenfolge und Hofbesetzung besonders im 15. und 16. Jahrhundert bis heute völlig falsch dargestellt werden. Besonders Augenmerk legte er auf den Hofübergang der Familie Kratzsch über Familie Meuche zu Familie Heitsch zwischen 1608-1652. Der „große“ Heitsch-Hof war nie, wie behauptet, von der Familie Junghans besetzt gewesen, sondern gehörte vor dem Übergang immer der Familie Kratzsch. (Erwähnung Jacob Kratzsch, 1442 Kirchrechnungen Tegkwitz). Durch intensive Auswertung der Kirchrechnungen und die Bestätigung in den Gerichts-, Lehn- und Handelsbücher konnte die Existenz der Breesener Bauern, natürlich mit gewissen Unsicherheiten, nach 1500 belegen. Damit war auch geklärt, dass der im 15. Jh. in Breesen ausschließlich auftretende Name „Junge“ tatsächlich zu „Junghans“ wurde. Für das Textverständnis musste er sich über entsprechende Wörterbücher sprachlich einfühlen. Dieses eröffnete ihm die Möglichkeiten, Zeitverläufe von speziellen Themen wie Bau- und Hofgeschichte, Hofbetrieb und Landtechnik zu erkennen. Er stellte der Struktur der Kirche und  die Einbindung der Bauern in Organisation der Kirchgemeinde, aber auch deren Abhängigkeit von der kirchlichen Hierarchie dar. Die Anspanner waren als Kirchväter für den Gemeindebetrieb, den Geldverkehr und das Bauwesen verantwortlich. Mit Ablösungs- (17.01.1849) und Flurbereinigungsgesetz (20.04.1857) kamen die Bauern endgültig in den vollen Besitz ihres Landes. Sie waren dadurch den  Rittergütern formal gleich gesetzt und die Zersplitterung ihres Besitzes wurde beseitigt. Das war die Voraussetzung einer deutlichen Steigerung der Produktivität.

      Herr Klingner dankte Herrn Meutzner für seinen Vortrag, welcher mit sehr viel Beifall bedacht und zu einer regen Austauschrunde im Anschluss genutzt wurde.

 

30.06.2013  Holger Meutzner / Steffen Klingner

 

 

2013 - 2   Niederschrift   

 

Veranstaltung am 24. April 2013  im Residenzschloß Altenburg, 04600 Altenburg, Bachsaal

Zum Thema des Abends „Das unbekannte Leben meines Vaters – Die Geschichte der Familie Metzger aus Hohenlohe und Dobergast bei Leipzig von 1560 bis 1960“   sprach  Herr Gerd Pechstein, Joliot-Curie-Str. 5c, 98693 Ilmenau, Telefon: 0 36 77 - 88 24 61;  Homepage: www.pechsteins-buecher.jimdo.com; E-Mail: g.pechstein@gmx.de  

Herr Klingner begrüßte die Anwesenden zur 2. Veranstaltung 2013 und stellte den Referenten Herrn Gerd Pechstein, aus Ilmenau, vor, welcher seinen Vortag mit seiner kurzen Vorstellung begann. Er wurde in Borsdorf bei Leipzig geboren und beschäftigt sich seit über 30 Jahren mit Ahnenforschung in verschiedenen Intensitäten. Bei der Organisation einer Ausstellung mit dem Familienforscher Herrn Dr. Greiner-Adam aus Hildburghausen erhielt er tiefere Einblicke in die Genealogie und der Virus Familienforschung lies ihn nicht mehr los. Bis Mitte der neunzehnhundertneunziger Jahre leitete er den Aufbau des „Thüringer Wald-Kreativ-Museums“ in Großbreitenbach und war dabei oft Ansprechpartner von Ahnenforschern aus den USA und Alt-Bundesländern. Die Schwerpunkte seiner Forschung wurden die Familien des Vaters PECHSTEIN, der Mutter KOLDITZ und des Großonkels METZGER aus Dobergast bei Pegau. Er sammelte Gesprächsnotizen, Rechercheergebnisse, Kopien, Fotos, Hinweise in vielen Ordnern und im PC. Bei der Präsentation der Ergebnisse im Verwandtschaftskreis sah er sich oft nichtssagendem Interesse oder Unverständnis konfrontiert. Dabei kam der uns allen geläufige Spruch: „Nicht einmal die Toten haben Ruhe vor Dir.“ Deshalb ist es wichtig rechtzeitig dafür zu sorgen, dass das schwer erarbeitete Ergebnis individueller Forschung der Nachwelt erhalten bleibt. Eine Möglichkeit sah er in einer Chronik der eigenen Familie, ihre_ meist sehr interessante Geschichte aufzuschreiben. Damit erreicht man, dass das Bewusstsein gestärkt wird, die Leistungen der Vorgenerationen zu würdigen und deren Bedeutung für das heutige Leben der Familie hervorzuheben. Die Kosten durch die Angebote digitaler Druckereien sind überschaubar, weil man alles selbst am PC, z.B. in Word, vorbereiten kann. Kostentreiber sind viele farbige Fotos, schwarz-weiß ist günstiger. Aus anfänglich 14 Interesseanten der Familie Kolditz wurden zum Schluss 48 und damit die Chronik für alle kostengünstig. Man war Stolz darauf, mit der eigenen Familie in Wort und Bild vertreten zu sein. Kontakte zu unbekannten Familienmitgliedern, deren Unterstützung durch Bereitstellung von Fotos, Urkunden und Informationen sowie die Vermittlung von Verbindungen der Verwandtschaft ließ das Vorhaben wachsen. Der Inhalt orientierte sich vor allem an Aussagen zur Namensentstehung, der Wanderung der Familie und kleinen Beschreibungen der einzelnen Generationen. Plötzlich zeigten einige Verständnis für Entscheidungen ihrer Vorfahren und Verwandten und berichteten davon bei Familientreffen. Viele Geschichten und unbekannte Erlebnisse wurden notiert und sind in den Büchern (Auszüge auf der Homepage) nachzulesen. In Auszügen berichtete er von den Erlebnissen des Paul Metzgers, aus Sindringen bei Heilbronn in Wüttemberg, der als Seemann und Bäcker auf den damals luxuriösesten Kreuzfahrtschiffen „Deutschland“ und „Cleveland“ die Welt arbeitend bereiste und nachweislich bei der großen Mittelmeer-Kreuzfahrt 1911 einen Empfang der Kronprinzessin von Griechenland erlebte. Seine Schwester heiratete einen Unternehmer in New York und machte luxuriöse Reisen, hielt sich auf in den Salons der Kreuzfahrtschiffe, die Paul nie betreten durfte. Ein anderer Verwandter arbeitete zeitweise in Brasilien, leitete den Aufbau einer Fabrik, und fuhr 1936 nach Rio de Janeiro mit dem Luftschiff „Hindenburg“. Sein Fazit: „Es ist unsere Aufgabe als Familienforscher, diese Geschichten zu erforschen, nicht nur die nackten Daten, die unverzichtbar und oft die Keimzelle weiterer Recherchen sind, sondern auch das soziale und geschichtliche Umfeld zu erhellen.  …wir sind verpflichtet, diese Daten und Erkenntnisse für unsere Kinder und Enkel zu bewahren und weiterzugeben. Aber auch der Wissenschaft bei Bedarf zur Verfügung zu stellen.“ .

Herr Klingner dankte Herrn Pechstein für seinen Vortrag, welcher mit sehr viel Beifall bedacht wurde. Im Anschluss konnten die Bücher eingesehen werden, welche auch im Buchhandel erhältlich sind.

2013-04-30   Steffen Klingner

 

2013 -  1    Niederschrift 

 

Veranstaltung am 19. Februar 2013  im Hotel "Astor", 04600 Altenburg 

 

 An der Veranstaltung nahmen, trotz widriger Wetter- und Straßenverhältnisse bei Schnee und Eis, sowie Grippe- und Erkältungswelle, 33 Personen teil, davon 28 vom Arbeitskreis (AK). Erstmalig zu Gast waren  Familie Friedemann, K.-Marx-Str.8, 04603 Langenleuba-Niederhain,  Familie Jansen, Paditzer Str. 45e, 04600 Altenburg und Herr Sigurd Kyber, Waldenburger Str.2, 04603 Nobitz .

       Herr Klingner begrüßte die Anwesenden und stellte den Referenten Herrn Jörg Bräutigam, Erlauer Str. 28, 04523 Pegau, E-Mail:  jbraeutigam@t-online.de  vor.

Thema des Abends: „Erfassung und Konservierung von Vorfahrensdaten anhand des Stammbaumes der Sidonie Friedemannn"
       Zu Beginn hob Herr Klingner hervor, dass seine erste Veranstaltung als Leiter des AK für ihn von besonderer Bedeutung sei. Er brachte zum Ausdruck, dass bei immer schwierigeren Zugängen zu Primärunterlagen die Bedeutung der Vereine im Austausch von Daten und Hilfestellungen wächst. Er rief zur aktiven Mitarbeit, speziell von Forschungsinteressierten mit Freizeitvermögen oder Kenntnissen bei der Gestaltung der Homepage auf  und erläutere die Finanzsituation des AK. Danach übergab er Herrn Jörg Bräutigam das Wort.         

       Herr Bräutigam legte am Beginn seines Vortrages dar, dass Familienforschung bei berufs-tätigen Forschern zeitlich schwierig ist aber mit Unterstützung von Vereinen und Austausch der Daten zum Erfolg führt. Ausgangspunkt sind die Unterlagen des Großvaters. Mit Hilfe der Familienforscher Frank Heinzig, Karlheinz Weidenbruch, Gotthard Porzig und Gabriele Prechtl wurde er erfolgreich an die Problematik herangeführt und bedankte sich für deren Hilfe. Seine Erfahrungen mit der Familienforschung, welche er seit ca. 12 Jahren betreibt, wurde durch persönliche und berufliche Veränderungen unterbrochen. Probleme mit der Erhaltung und Konservierung von Daten veranlassten Ihn, seine Lösungen und Erfahrungen einem breiteren Publikum zu präsentieren. Anhand der Vorfahrensdaten, speziell seiner Ahnin Sidonie Friedemann und deren Vorfahren zeigte er, wie er den Einsatz von moderner IT-Technik und deren Handhabung bewältigte. Er erläuterte den Einsatz von Scanner, Foto-Technik, PC-Bild-Programm „Irfanview“ und Genealogiesoftware „PAF“. Speziell warnte er vor dem Einsatz von Kamera-Bundel-Software und empfahl beim Einsatz von Genealogie-Software auf das Austausch-Format „GEDCOM“ zu achten. Bei seiner Forschung konnte er bisher 467 direkte Vorfahren in 15 Generationen ermitteln, wobei er stets auf die Erfassung der Datenquellen achtete. In der anschließenden Diskussion wurde auf die Lagerung von Originalunterlagen eingegangen, empfohlen sich den Erfahrungswerten von Archiven anzunähern und die Originale möglichst zu vervielfältigen und breit zu streuen.

       Herr Klingner dankte Herrn Bräutigam für seinen Vortrag, welcher mit sehr viel Beifall bedacht wurde. Als besonderes Dankeschön konnte Ihm zu seinem Spitzenahn Georg Bromme aus Großenstein weitere 4 Generationen bis 1622 übergeben werden.

 

Erfahrungsaustausch 

Eine ausführliche Darstellung der Anfragen an den Arbeitskreis im Zeitraum vom 26.10.2012 bis 10.02.2013 sind in der Anlage „2013 – 1 AK Anfragen“ zu dieser Niederschrift erfasst. Es wird um eine direkte Aufnahmen der Verbindungen mit den Anfragenden gebeten. 

 

2013-02-22   Steffen Klingner