Veranstaltungen 2016

Veranstaltung 2016 - 4

Die letzte offene Veranstaltung unseres AK im Kalenderjahr 2016 fand als Jahrestreffen mit Ahnenbörse in Altenburg, Gartengaststätte "Zum Bootsmann", wieder an einem Samstag, den 12.11.2016, um die Mittagszeit statt. Der Tagungsablauf umfasste mehrere Teile und begann mit der Begrüßung und anschließender Jahresbilanz.-  Unsere Aktivitäten 2016 in Form von 4 öffentlichen Veranstaltungen stellten Präsentationen der Forschungsarbeit dar und wurden durch Ankündigung und Artikel in lokalen Zeitungen, unserer Vereinszeitschrift und als Niederschrift allen registrierten Interessenten zugänglich gemacht. Mit Hilfe der AMF-Flyer sprechen wir Personen an und informieren über Literatur zur Familienforschung. Auf unserer Homepage www.amf-ak-altenburger-land.de stellen wir Projekte und aktuelle Themen vor. Unser visionäres Arbeitskreisprojekt "Erweitertes Kichenbuchregister von Beginn bis 1808, im Altenburger Land und Umgebung", die Erfassung der Kichenbuchinhalte als Datenbank mit Filterfunktion, haben erste Ergebnisse gebracht, jedoch noch lange nicht den erhofften Umfang erreicht. In Anlehnung an die Originalstruktur soll diese Erfassung Datenlücken durch Brand und Verlust, per Querinformation ausgleichen. Jeder kann mitmachen und die Informationen auf unserer Homepage einsehen. - Durch unsere Aktivivitäten konnten erneut mehr Teilnehmer für unser Hobby und die Vorträge begeisteret werden. Insgesamt 203 Freundinnen und Freunde der Familienforschung fühlten sich 2016 von den 4 Veranstaltungsthemen angesprochen und zu einem Besuch animiert. - Zur Veranstaltung 2016-4 wollten 39 Interessierte persönliche Kontakte knüpfen oder erneuern. In lockerer Runde wurde die Ahnenbörse mittels persönlicher Vorstellung eingeleitet, Ahnentafel, Fotos und persönliche Unterlagen gesichtet und Daten getauscht. Der angekündigte Vortrag: "Die Bedeutung der Fotografie in der Familienforschung" gipfelte in der Erkenntnis: Im Vordergrund steht die wichtigste verbale Information: Wer ist auf dem Foto dargestellt? Die Informationserlangung und -sicherung ist für die Bedeutung eines jeden Fotos existenziell. Ohne diese Informationen werden nachfolgende Generationen diese Foto-Schätze nicht zuordnen und deren Bedeutung nicht erkennen und nutzen können. Wissensträger, besonders ältere Verwandte sollten rechtzeitig befragt werden oder bei genügend Basisinformationen durch Vergleiche, zeitliche Einordnung oder Ausschlußverfahren Lücken geschlossen werden. Beschriften Sie Ihre Fotos !  Die Fotografie ist seit ihrer Geburtsstunde 1839, ein vergleichsweise junges Informationsmedium, welches heute im optimalen Verlauf 6-8 Generationen abbliden kann. Die Bedeutung liegt in der relativ preiswerten Breitstellung von detailgenauen, realistischen und unverfälschten Informationen in Bildform und deren Koppelung zu personenbezogenen Daten. Angehende Familienforscher können auch ohne besondere Voraussetzungen und Schriftkenntnisse mit ihren Vorfahren vertraut gemacht werden und der Grundstein für die Familienforschung und spätere Informationsweitergabe gelegt werden. -  Mit der begonnenen Onlinestellung des Nachlasses "Atelier Kersten 1867-1938" durch den Eigentümer, Residenzschloß Altenburg (siehe Vortrag 2013-4), auf den Internet-Portalen: www.slub-dresden/sammlungen/deutsche-fotothek.de  und  www.museen.thüringen.de  eröffnen sich neue, hervorragende Zuordnungsmöglichkeiten. Dank der kompletten, koppelnden Nummerierung und Erfassung der zugeordneten Personendaten in Kundenbüchern der Fotografen erhalten die Gesichter der Fotos Namen. Damit eröffnet sich ein Fundus an Basisdaten, bei der Familienforschung und gesellschaftlichen Aufarbeitung seines Gleichen sucht. Durch Vorführung der Internetnutzung wurden die Familienforscher an die bisher ca. 300 Veröffentlichten, von mehreren tausend Fotos und Portraits herangeführt und die individuelle, praktische Nutzung und Auswertbarkeit ermöglicht. - Mein Dank gilt den Entscheidungsträögern des Eigentümers für die Erschließng dieses Nachlasses. - Steffen Klingner, 12.11.2016                   
 

Veranstaltung 2016 - 3

Am Mittwoch, den 31.08.2016, nahmen, trotz herrlichem Sommerwetter, 53 Personen an unserer 3. Vortragsveranstaltung dieses Jahres, im Bach-Saal des Residenzschlosses zu Altenburg, teil. Herr Werner Knöfler, welcher seine Wurzeln im Altenburger Land eindrucksvoll nachweisen konnte, im schlesischen Breslau geboren wurde, im Altenburger Land aufgewachsen ist und heute in Leipzig lebt, sprach zum Thema des Tages:

" Ergebnisse meiner Familienforschung Knöfler im Altenburger Land und Umgebung "

Ausgelöst durch ein Projekt der Unteren Denkmalschutzbehörde zu Altenburg fand er interesse an der Familienforschung. Bei der Erfassung der Denkmäler des Städtischen Friedhofes in Altenburg, stieß er etwa 2005 auf einen fast verwitterten Grabstein aus Sandstein um 1800, mit der Namensinschrift Justine Knöfler. Mit Hilfe seines Kollegen und Familienforschers fand er Zugang zur systematischen Familienforschung und unserem Arbeitskreis. Erste Erfolge machten neugierig und Konakte per Internet erweiterten den Horizont und klärten Probleme. Nach Erreichen des Ruhestandes intensivierte er seine Aktivitäten und verfollständigte die Ergebnmisse. - Mit einer aufwändigen Präsentation stellte er uns 17 Generationen seiner Familie in 2 Linien, einmal um Engertsdorf (früher Hinteruhlmannsdorf/ Ulmsdorf) und Frohnsdorf, zum Anderen um Nobitz, vor. Bei seiner Forschung kam ihm der Umstand zu Gute, dass die Kirchenbücher von Frohnsdorf und Garbisdorf bis 1561 unterbrechungsfrei zurück reichen, verfrilmt sind und im Sächsiaschen Staatsarchiv Leipzig einshbar sind. Er führte aus, dass der Familienname Knöfler, der Berufsname eines Knopfmachers ist und im Altenburger Land und Umgebung erstmals 1437 vorkommt. Die tschechische Bezeichnung "knoflik" für Knopfmacher, lässt ihn eine Einwanderung aus Böhmen vermuten. Seine Vorfahren lebten in den Orten um Göpfersdorf, Frohnsdorf und Ziegelheim. Als Spitzenahn konnte er Adam Knöfler (um 1521 - 1576) aus Ulmsdorf ermitteln. Weitere Namensträger um Bornshainn bei Schmölln, um Rositz und um Meuselwitz-Zeitz konnte er bisher nicht seiner Familie zuordnen. Häufige Berufe sind Handgut- und Mühlenbesitzer. Später kommen Handwerker- und Stadtberufe vor, welche typische für das fruchtbare ländliche Altenburger Land im Ostteil des Herzogtums Sachsen-(Gotha)-Altenburg und dessen Nachfolgstaaten sind. Herr Knöfler wurde mit Applaus und herzlichem Dank veranschiedet. - Der Erfolg seines Vortrages sollte ihn bewegen, über eine Publizierung seiner Forschungsergebnisse nachzudenken. Über Kontakte, auch zu Forschern seiner mütterlichen Vorfahrensgebiete, den schlesischen Kreisen Trebitz und Oels, mit den Orten Dockern, Schmollen, Güntherwitz, Sapratschine und Paschkerwitz, freut er sich unter:  ahnenknoe@web.de . Die abschließende Gesprächs- und Austauschmöglichkeit wurde rege genutzt.  -  Steffen Klingner, 01.09.2016 

 

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Veranstaltung 2016 - 2

57 interessierte Personen wurden nicht enttäuscht, dass sie unsere 2. Vortragsveranstaltung des Jahres 2016, am 25.05.2016, im Bach-Saal des Residenzschlosses zu Altenburg mit dem Therma:

"Die Schlegels aus Altenburg - Das Schicksal einer Familie in einer bewegten Zeit"

besuchten. Die Referentin, Frau Renate Schönfuß-Krause, hatte sich aus ihrem Lebensmittelpunkt, Radeberg bei Dresden, auf den Anreiseweg nach Ostthüringen begeben. Ihre vielfältigen Interessen mit künsstlerisch-gestalterischen und literarischen Schwerpunkten wurden um heimatgeschichtliche und seit etwa 8 Jahren um genealogische Aktivitäten erweitert. Obwohl sie ursprünglich keine Verbindungen zum Altenburger Land hatte, führten sie ihrefamiliengeschichtlichen Forschungen ins heutige Dreiländereck Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen. In ihrem Aufwändig gestalteten audio-visuellen Vortrag, der durch ihren Ehemann mit Musikeinspielungen, Landkarten, Bildern und Videosequenzen ergänzt wurde, zeigte sie anschaulich die Ahnenfolge ihrer Familie auf. Deren Ursprung ist bis ca. 1600 mit Hans Schlegel aus Geußnitz bei Zeitz nachgewiesen. Bei ihren Forschungen stehen immer die Lebensläufe und Schicksale der Personen im Mittelpunkt, in Verbindung mit dem historisch-regionalen Gesamtbezug. Über Rusendorf und Zipsendorf fand sie in Prößdorf bei Lucka ihren 4-fach-Ur-Großvater, Elias Schlegel jun. (1750-1805), und konnte desen Bedeutung für die Musikweltreaktivieren. Der Einfluss seines Großvaters, des Richters Elias Schlegel sen. (1688-1763), der als Vormund, Erzieher und Wegbereiter des früh verstorbenen Vaters Erasmus Schlegel (1721-1749) trat, wurde eindrucksvoll an Dokumenten präsentiert. Offen ist noch der Bildungsweg des späteren Instrumentenbauers und Erfinders Elias Schlegel jun. Denn, obwohl er 23-jährig als Gutsbesitzer und Steuereinnehmer abgesichert in Prößdorf lebte, wagte er überraschen ab 1788 den kompleten Neuanfang als Instrumentenfabrikant in Altenburg und erfand um 1793/94 ein besonderes Fortepiano-Klavier. Noch heute wird in Fach-Lexika die Bedeutung dieser Erfindung herausgestellt: "... zum einen als Klavier zu fungieren und zum anderen vermittels Kniedruckes, Händezuges oder Fußtrittes in ein Fortepiano verwandelt werden zu können." Beeindruckend wurde aufgezeigt, wie persönliche Schicksalsschläge, Kriegs- und Nachkriegsgeschehen, Hungersnöte dramatisch in Lebensschicksale einer Familie eingreifen können. Aber auch die Bedeutung von Bildung, die weitere Entwicklung dieser Familie im Zeitalter der Industriealisierung, ihre plötzliche finanzielle Sicherheit, also das Auf und Ab der Familiengeschichte fehlte nicht. Den Vortrag rundeten die weiteren Stationen der Nachfahren der Altenburger Schlegels ab, die sich von Altenburg nach Leipzig, Dresden, Langebrück bis zum heutigen Radeberg verfolgen lässt. Diese sind mit Berufen wie Fotograf, Goldschmied und Hofjuwelier, Holzhändler, Strohhutfabrikant und Konsumvorstand vertreten. Einige wanderten nach Mexiko, Kaliformien und Kanada aus, sogar nach Kiautschou an die Ostküste Chinas. - Die Referentin hat bisher ihre Forschungsergebnisse durch Autorentätigkeit im Internet-Protal "Wikipedia", im "Altenburger Geschichts- und Hauskalender" 2014 und 2015, im "Luckaer Tageblatt", der GenealogieFachzeitschrift "Familie und Geschichte" und in eigenen Büchern veröffentlicht. Ihr Verdienst, die Bedeutung von Elisa Schlegel für die Musikwelt, seinen Heimatort Prößdorf sowie das Altenburger Land aus der Anonymität ins Bewusstsein der Menschen gerückt zu haben, sei hiermit ausdrücklich hervorgehoben. Die, mit ihrem Ehemann gemeinschaftlich gestaltete, sehr empfehlenswerte Internetseite,  www.teamwork-schoenfuss.de  zeigt die Vielfältigkeit dieses Paares und hält viele weitere Datailinfiormationen bereit. - Die anschließende Frage- und Austauschmöglichkeit wurde rege genutzt und Frau Schönfuß-Krause mit Applaus und herzlichem Dank verabschiedet. - Steffen Klingner, 01.06.2016

 

 

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Veranstaltung 2016 - 1

Zur 1. Vortragsveranstaltung des Jahres 2016 fühlten sich 54 Personen von unserem Angebot angesprochen und besuchten diese Veranstaltung, am 30.03.2016, im Residenzschloss zu Altenburg. Der Referent, Herr Thomas Peitzsch, aus Neukirchen bei Borna, unterhielt mit seinem sehr informativen und mit privaten Daten und Erkenntnissen gepickten Thema:

"Vermisst im 2. Weltkrieg - Auf der Suche nach Rudolf Peitzsch".

In diesem, für die Familienforschung ungewöhnlichem Zeitraum des 2. Weltkrieges und der Zeit danach, wagten wir uns in eine Zeit, welche durch deutsch-nationale Schuld, mit schlimmen Erfahrungen und Auswirkungen belastet ist, das schreckliche Gesicht des Krieges viel Leid brachte und für viele Familien und Forscher noch heute Nachwirkungen und Wissenslücken hinterlassen hat. - Durch private Familienforschung und die Arbeit im Heimatverein Frohburg angeregt, die Auswertung der Gedenktafel von Kriegsgefallenen der Gemeinde, interessierte ihn das Schicksal seiner nächsten Angehörigen, speziell seines Groß-Onkels Rudolf Peitzsch. Wenig konkrete Informationen und mündliche Überlieferungen bildeten die denkbar schlechtesten Voraussetzungen für eine Suche. Besser wäre das Vorhandensein und die Auswertung von Fotomaterial und Briefen mit Feldpostnummern gewesen. Als Empfehlung gilt, scheinbar sicheres Wissen, besonders militärische Angaben, kritisch Hinterfragen ! Dank nationaler Such- und Auskunftssysteme können Karriere, Werdegang, Schicksal und Verbleib von Angehörigen heute besser ergründet werden. Während die schriftliche postalischen Anfrage weiterhin möglich ist, kann das Internet Informationen schnell und einfach aus Datenbanken liefern. Bei Erfolglosigkeit können über kostenpflichtige Suchdienste Anfragen in Auftrag gegeben werden. Zur Erhöhung der Informationspräzistion sollte stets der maximale Kenntnisstand zur Auswertung übermittelt werden. Für suchwillige Forscher stehen folgende Suchdienste mit Internetseite im weltweiten Netz: 1. Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge e.V. (www.volksbund.de/graebersuche) , 2. Deutsche Dienststelle WAST (www.dd-wast.de) 3. DRK-Suchdienst (www.drk-suchdienst.de). Über den DRK-Suchdienst sind weitere Informationsquellen, wie das Krankenlagerbuch und das Suchreferat Moskau erreichbar. Die Breite der Auskunft reicht von Erfolglosigkeit bis zu umfangreichen Krankenakten mit Sterbedaten und Ruhestätte oder Gendenktafel, sowie weiteren privaten Angaben. Auch könnte manche Überraschung möglich sein. So fand Herr Peitzsch, seine, bis dahin unbekannte Groß-Tante und deren Tochter, seine Groß-Cousine. Aus diesem Kontakt entwickelte sich ein herzlicher Umgang und umfangreicher Austausch in Wort, Fotos und Dokumenten. Die anschließende Frage- und Austauschmöglichkeit wurde rege genutzt und Herr Peitzsch mit tosendem Applaus und herzlichem Dank verabschiedet. - Steffen Klingner, 01.04.2016   

  

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