Veranstaltungen aktuelles Kalenderjahr

AMF-Arbeitskreis „Altenburger Land“    -  Veranstaltungsplan 2018  -

 

2018-1  Offene Präsentationsveranstaltung, Dienstag, 20. März 2018, 18:30 Uhr, Kulturbundgalerie Altenburg

2018-2  Offene Vortragsveranstaltung, Mittwoch, 25.04.2018, 19:00 Uhr, Residenzschloß Altenburg

2018-3  Offene Vortragsveranstaltung, Mittwoch, 27.06.2018, 19:00 Uhr, Residenzschloß Altenburg
2018-4  Forschertreffen mit Ahnenbörse, Samstag, 01.09.2018, Gaststätte im Gebiet um Altenburg
2018-5  Offene Vortragsveranstaltung, Mittwoch, 24.10.2018, 19:00 Uhr, Residenzschloß Altenburg
                 weitere Erläuterungen siehe Reiter "Veranstaltung"

 

 

 AMF-Arbeitskreis "Altenburger Land" - Veranstaltung 2018-2

         Der Bericht erscheint demnächst hier.

 

 

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AMF-Arbeitskreis „Altenburger Land“ - Veranstaltung 2018-1

Wer sich erstmalig mit der Familienforschung beschäftigt wird ausgehend von perönlichen Dokumenten, zunächst vor allem die standesamtlichen Urkunden, amtliche Meldekarten oder Kichenbücher nutzen. Glücklich, wer mit diesen Informationen auskommt. Meist stellen sich bald Informationslücken, tote Punkte genannt, ein. Zu den Ausweichmöglichkeiten auf alternative Quellen, beispielsweise Adressbücher, Volkszählungslisten, Bürgerakten, Passagierlisten, Ortsfamilienbücher, Heimatchroniken gesellen sich in dieser Betrachtung die Militärunterlagen, speziell die Listen zur Musterung junger Männer zum Militärdienst, Musterungslisten genannt, dazu. Der Verdienst der Autoren ist die aufwändige Erfassung, Einordnung und Erstellung eines Nachschlagewerkes, was schnell und zielgerichtet Informationen liefert und hilft, diese Informationsdefizite zu überwinden. Damit wird die Quellenstruktur im Altenburger Land, aus einer Zeit des historischen Herzogtums Sachsen-Altenburg, wesentlich bereichert und ergänzt. Dafür sei Ihnen im Namen aller Heimat- und Familienforscher hiermit herzlich gedankt.
   Steffen Klingner, April 2018


Bericht zum Vortrag

Der AMF-Arbeitskreis „Altenburger Land“ hat die offene Veranstaltung 2018-1 am Dienstag, den 20. März 2018 in Zusammenarbeit mit dem Kulturbund Altenburger Land e. V. in dessen Räumlichkeiten Brühl 2, einer der ältesten Häuser von Altenburg, durchgeführt.
Thema:   Präsentation der Bände 68 und 69 der Schriftenreihe der Stiftung Stoye:
"Die Musterungslisten des Herzogtums Sachsen-Altenburg 1819 bis 1847".
Die Autoren dieses Doppelbandes wurden von Herrn Klingner vorgestellt:
Frau Lore Christine Jaschke, Herr Wilfried Köhler, Herr Wilfried Piehler und Herr Karlheinz Weidenbruch. In Abstimmung mit den Autoren übernahm Weidenbruch die Vorstellung der Bücher. Zu Beginn ging Weidenbruch auf die Geschichte der Stiftung Stoye ein: Auf einem testamentarischen Vermächtnis des Apothekers Rudolf Stoye (26.11.1898 – 3.1.1969) basierend, wurde die Stiftung 1971 durch die AMF gegründet. Entsprechend den gesetzlichen Bestimmungen ist sie seit 1991 eine juristisch selbständige Stiftung. Der Stiftungszweck wird vorzugsweise durch eine eigene Schriftenreihe erfüllt, in der bisher unveröffentlichtes Quellenmaterial bekannt gemacht wird, welches vor allem Genealogen und Historikern in ihrer Arbeit hilft. Dazu gehören auch die heute vorgestellten Bände.
Weidenbruch wies darauf hin, dass die beschriebenen Musterungen im Forschungsgebiet des Arbeitskreises (AK) erfolgten. Dieses Gebiet gehörte bis 1825 zum Herzogtum Sachsen Gotha Altenburg und danach zum Herzogtum Sachsen Altenburg. Dieses ernestinische Herzogtum bestand in der Zeit von 1825 bis 1918. Die präsentierten Bände informieren über Musterungen in der Zeit von 1819 bis 1847. Weidenbruch unterstrich deshalb die Notwendigkeit, den geschichtlichen Hintergrund dieser Musterungen zu untersuchen. Ab 1800 gibt es im Altenburger Land regelmäßige jährliche Musterungen. Von 1806 bis 1813 mussten Soldaten durch Verträge zum Rheinbund für den Kaiser Napoleon bereitgestellt werden und nach 1815 gab es Verpflichtungen zu einer Bereitstellung aus der Mitgliedschaft im Deutschen Band. Danach mussten 2% der Bevölkerung unter Waffen gehalten werden.
In seinen weiteren Ausführungen ging Weidenbruch auf die territorialen Veränderungen in Deutschland durch den Wiener Kongress ein und schilderte deren Auswirkungen auf die Familienforschung. Als Beispiel nannte er die Zuordnung der Rheinprovinz zum preußischen Staatsgebiet. In der Zeit von 1815 bis  22. Juni 1822 wurden dort die Regierungsbezirke und Landkreise neu geordnet. Dazu wurden Fachkräfte (Verwaltung, Justiz, Polizei, Post und Schule) aus dem preußischen Stammland in die Rheinprovinz dienstverpflichtet. Diese wurden dort sesshaft und deren Nachkommen gründeten später die AMF. Das war logisch: Ihre Vorfahren kamen aus Mitteldeutschland. Es gab auch umgekehrte Wanderbewegungen: Gemusterte aus der Rheinprovinz mussten ihren Militärdienst im Kernland Preußens leisten und suchten sich hier Ehepartner. Bekannt sind solche Fälle in Pegau.
In seinen weiteren Ausführungen ging Weidenbruch auf den Inhalt der Stoye-Bände 68 und 69 ein: Im Zeitraum von 1819 bis 1833 wurden 17409 Personen gemustert. Das entspricht 2175 Musterungen pro Jahr. Im Zeitraum von 1834 bis 1847 wurden 17812 Personen gemustert. Es waren durchschnittlich 1275 Musterungen pro Jahr. Der Nutzer dieser Doppelbände verfügt somit über einen Fundus von 35221 Namen der Gemusterten. Diese Namen wurden unter dem Gliederungspunkt „3 Namen der Musterungslisten“ alphabetisch geordnet. Die zugehörigen Vornamen, einschließlich der Abkürzungen, entsprechen den Originaldokumenten. Hilfreich für den Nutzer ist die Angabe des Geburtsjahres. In der Spalte Geburtsort/Wohnort ist zu beachten, dass auch Zugezogene gemustert wurden. In der Spalte Berufe werden nicht in allen Fällen Angaben gemacht. Es werden vorrangig Ausbildungsverhältnisse wie Lehrling, Schüler, Gymnasiast und Student genannt. Das war eine Maßnahme, um eine Aushebung der Gemusterten zeitweilig auszusetzen.  Pro Name findet der Nutzer die Nummern der Originaldokumente im Landesarchiv Thüringen - Staatsarchiv Altenburg, um gegebenenfalls Nachprüfung vornehmen zu können.
Herr Klingner dankte dem Referenten für seine Ausführungen und wies auf die nächste offene Vortragsveranstaltung.
   Karlheinz Weidenbuch, März 2018
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