Kuno Apel - Sein Leben war geprägt vom Forscherdrang

Kuno Apel (1902 - 1983)

Sein Leben war geprägt vom Forscherdrang für die Erforschung seiner Heimat, das Altenburger Land

 

     Kuno Apel an seinem 275-Pfund-Buch  (Bild: GAGO)

Am 23. März 2002 wäre Kuno Apel 100 Jahre alt geworden. Aus diesem Anlass veranstaltete die Geschichts- und Altertumsforschende Gesellschaft des Osterlandes (GAGO) – übrigens bereits 1838 gegründet – über ihr langjähriges Mitglied Kuno Apel ein Symposium, um sein Lebenswerk zu würdigen.

Er wurde am 23. März 1902 in Knau, als erster Sohn des Freigutbesitzers Adolph Apel und seiner Ehefrau Hulda geb. Heitsch aus Breesen, geboren. Die Apels waren in Knau schon seit 1718 ansässig. Nach dem Schulbesuch – ab 1913 in der Reichenbachschule in Altenburg – begann er 1916 auf dem väterlichen Hof zu arbeiten. Am 15. Februar 1922 wurde er Mitglied der GAGO und beteiligte sich erfolgreich an Ausgrabungen von Professor Amende. In seinem ersten Vortrag im Rahmen der GAGO am 26. April 1926 behandelte er allerdings die ältesten Altenburger Amtsrechnungen.

Apel bezeichnete sich später selbst als Familien- und Heimatforscher. Er hatte begriffen, dass Familienforschung und Geschichtsforschung eine unabdingbare Einheit bilden. Er hatte erkannt, dass Geschichte erst dadurch lebendig wird, wenn man herausfindet, wie das Leben der eigenen Vorfahren in die regionale Ort- und Heimatgeschichte eingebunden ist. Apel hat sich bereits frühzeitig der Familienforschung gewidmet. Seine Vorbilder fand er unter den Bauernforschern – besonders beeindruckt war er von Julius Nitzsche (1849 – 1929) – des Altenburger Landes. Apel suchte und fand Gleichgesinnte für dieses Hobby.

Im Altenburger Land hatten sich nach 1920 einige Familienverbände gegründet. Der bekannteste war der Familienverband „Leidner“, welcher 1921 von dem Windischleubaer Oberlehrer Paul Leidner gegründet wurde. Zur Verbesserung der Zusammenarbeit gründete Leidner 1928 die „Arbeitsgemeinschaft der Altenburger Familienverbände und Familienforscher“. Hier finden wir den damals 26jährigen Kuno Apel an der Seite des 47jährigen Leidner als Mitbegründer dieser Arbeitsgemeinschaft.

Apel muss also zu dieser Zeit bereits einen beachtlichen Ruf als Familienforscher besessen haben. Zwei Jahre später, 1930 veröffentlicht er erstmals sehr ausführlich die Ergebnisse seiner Forschungen unter dem Titel „Die Ansässigkeit der älteren Bauernfamilien des Altenburger Landkreises“. Dem Trend seiner Zeit folgend, betrieb Apel Stammforschungen zu den jeweils ältesten bekannten zuordenbaren Namensträgern. Seiner Veröffentlichung war eine mehrjährige Auswertung der ältesten Dokumente im Thüringer Staatsarchiv in Altenburg vorausgegangen. Dazu gehörte u. a. das Gerichtshandelsbuch von 1433 und das Amts-Erbbuch von 1548. So hat er Beachtliches über die Familien Etzold, Kipping, Raubold, Pautzsch, Kirmse, Franke, Schellenberg, Bernstein, Schiebert und Roland zusammengetragen. In seinen späteren Arbeiten untersuchte er noch weitere Familien. Über die Herkunft seiner eigenen Vorfahren wissen wir heute recht gut Bescheid. Apel hat sie selbst ermittelt. Sie entstammen einer Försterfamilie aus dem Arnstädter Raum. Der erste seiner Vorfahren im Altenburger Land war Johann Conrad Apel, „Försterdienster“ in Lehma. 

Wenn wir die von Apel erarbeiteten Stammbäume betrachten, finden wir stets drei Merkmale als Ausdruck seines persönlichen Arbeitsstiles:

1. Voranstellung der Erläuterung der Herkunft des Namens. Dabei stützte sich Apel auf das damals gern

    genutzte Werk von Alfred Heintze/Paul Cascorbi: "Die deutschen Familiennamen".

2. Ermittlung der ältesten vorkommenden Namensträgern im Altenburger Land, auch dann, wenn sich eine

    verwandtschaftliche Bindung noch nicht nachweisen lässt.

3. Exakte Ermittlung der Besitzerfolge der Bauernhöfe. Die Ermittlung der Besitzerfolge ist heute eine

     unerlässliche Methode aller Familienforscher für die Zeit vor Beginn der Kirchenbücher. Apel hat diese drei

    Merkmale bis zu seinem Lebensende beibehalten. Stellvertretend seien hier seine Arbeiten zu Kratzsch,

    Kröber und Misselwitz genannt

Das Lebenswerk von Kuno Apel ist ein unverzichtbarer Bestandteil der Altenburger Familienforschung, welchen unser Arbeitskreis stets in Ehren halten wird. Sein Lebenswerk hilft uns sowohl bei weiteren Forschungen, als auch bei der Erteilung von Auskünften.

Karlheinz Weidenbruch