Julius Stoye - Die Stiftung Stoye und ihr Stifter

Rudolf Adelbert Julius Stoye (1898 - 1969)

Die Stiftung Stoye und ihr Stifter

 

 

                                         

Der Stifter, der nach seinem Namen benannten „Stiftung Stoye“, Rudolf Adelbert Julius Stoye wurde am  26. 11. 1898 in Speyer geboren. Der Vater Adalbert Louis Stoye (1865-1939) war aus dem Anhaltischen Ende des 19. Jahrhunderts nach Speyer gezogen. Dort pachtete er anfangs eine Apotheke, die er später erwarb. 1898 heiratete er die 1878 geboren Mathilde Karoline Wilhelmine Auffarth (1878-1949) aus Bergzabern. Aus dieser Ehe ging nur ein Kind, Rudolf Stoye, der spätere Stifter hervor. Die Vorfahren seiner väterlichen Linie waren seit Jahrhunderten nördlich von Halle im Anhaltinischen ansässig, regional begrenzt durch ein Gebiet, welches sich von Köthen bis Dessau erstreckt. Hier waren sie vornehmlich als Handwerker oder Bauern tätig. Über die Nebenlinie Herre entstand aber auch die Verbindung zum Fürstenhaus, dem „Alten Dessauer“. Der Vater, Adelbert Louis Stoye wurde von seinen Eltern zum Studium der Pharmazie geschickt. Was sie bewog, mit der alten bäuerlichen Familientradition zu brechen, ist unbekannt und verwundert etwas, denn von weiteren Kindern, die den Hof übernehmen konnten,

ist nichts bekannt. Im Gegenteil: Rudolf Stoye bezeichnet seinen Vater gern und ausdrücklich als „Gutsbesitzer und Apotheker“. Der Großvater, Friedrich August Stoye (1821-1898) erwarb in Plömnitz ein Gut, das bis zum Erlöschen dieser Linie in Familienbesitz blieb. Die dazugehörigen Ackerflächen gehören heute zum Vermögen der Stiftung Stoye. Auch Rudolf Stoye studierte Pharmazie wie sein Vater, eine Profession, die ihm offenbar interessierte und über Nebenzweige der väterlichen Linie „im Blute lag“, denn mehrere seiner Vorfahren waren in Dessau Apotheker gewesen. Im 2. Weltkrieg wurde er eingezogen, arbeitete in der Wehrmacht jedoch weiter in seinem Beruf. Er wurde zum Oberstabsapotheker befördert. Nach dem Kriege übernahm er wieder die Leitung seiner eigenen Apotheke, der „Schwanenapotheke“ in Speyer in der Korngasse. Über 30 Jahre arbeitete Rudolf Stoye intensiv an seiner Familiengeschichte. Die wichtigsten Ergebnisse seiner Arbeit sind festgehalten in:  Jochen Steinecke, Genealogische Nachlässe, Schriftenreihe der Stiftung Stoye, Band 42, 2006. Am 3. 1. 1969 verstarb 

Rudolf Stoye in Speyer. Er war unverheiratet und hinterließ auch keine Kinder. In seinem Testament verfügte er einen Teil seines Vermögens zu  Gunsten einer Stiftung, die sich der Familienforschung zuwenden und seinen Namen tragen sollte. Die Stiftung Stoye, Sitz Marburg, wurde am 12. 11. 1991 errichtet. Sie ist eine rechtsfähige Stiftung des bürgerlichen Rechts, in Nachfolge der 1971 in der „Arbeitsgemeinschaft für mitteldeutsche Familienforschung e. V.“ gegründeten unselbständigen Stiftung gleichen Namens. Die Stiftung wird geführt vom Vorstand, Dr. Jochen Steinecke, Magdeburg und beaufsichtigt von einem Kuratorium, dem angehören: Karlheinz Weidenbruch, Leipzig, (Vorsitzender); Rüdiger Berthold, Bad Soden; Frank Hesse, Wutha-Farnroda; Wolfgang Vincenz, Plauen; Andrej Zahn, Berlin. Vom Vorstand wurde als Beirat berufen: Gert Schreiber, Altmörbitz. Die Arbeit der Stiftung konzentriert sich vor allem auf die Edition genealogisch nutzbarer Quellen. 

Wir prüfen gern Ihre Manuskripte hinsichtlich ihrer Verwertbarkeit in unserer Schriftenreihe. Anträge für Veröffentlichungen sind bis 28. Januar eines jeden Jahres beim Vorstand einzureichen. Dazu gehören insbesondere ein Expose´ über den Inhalt, einige Musterseiten, sowie Angaben zur Person des Verfassers. Anlässlich des 40. Todestages des Stifters führte die Stiftung am 27. Februar 2009 eine Festveranstaltung in Speyer durch. Das Neueste von der Stiftung Stoye finden Sie im Internet unter: www.stiftung-stoye.org/ 

Karlheinz Weidenbruch