Heinrich Wilhelm Schmidt - Hof- und Landesbaumeister

Heinrich Wilhelm Schmidt (1769 - 1813)

Hof- und Landesbaumeister

 

Wenn man als Besucher durch die Straßen der Stadt Altenburg geht, so fallen einem viele würdevolle Gebäude auf. Dazu gehört auch das imposante Logenhaus im Johannisgraben 12. Dieses Gebäude wurde von dem Hof- und Landesbaumeister Heinrich Wilhelm Schmidt entworfen und unter seiner Federführung errichtet. Zu seinen Werken gehören auch mehrere Armenhäuser, u.a. das ehemalige Armenhaus in der Leipziger Str., das später als Lazarett genutzt worden ist, und vier weitere Armenhäuser in Ronneburg, Orlamünde, Eisenberg und Kahla, das Kachelhaus auf dem Thümmel`schen Anwesen, eine Brücke in Schmölln u.v.a.m.

Geboren wurde Heinrich Wilhelm Schmidt am 19.05.1769 in Altenburg als Sohn des Maurergesellen und späteren Straßenbauinspektors Johann Gottfried Schmidt und dessen Ehefrau Johanna Beate, geb. Müller (1734-1799). Sie wohnten im Haus Teichvorstadt 6. Die Familie war wenig begütert. Der Vater erkannte zwar sehr früh die zeichnerischen Talente seines Sohnes und gab ihm den ersten Unterricht. Es gelang dem dreizehnjährigen Jungen, unentgeltlichen Zutritt zur Zeichenstunde der Bürgerschule beim Hofmaler und Zeichenlehrer Schmidt zu bekommen, er musste sich aber dann als Handlanger, u. a. beim Bau des Wohnhauses für den Minister Hans Wilhelm Freiherr von Thümmel (1744 - 1824), verdingen, um erst einmal das nötige Lehrgeld zuverdienen. In dieser Zeit entdeckte ihn der Minister, der seine Ausbildung und spätere Anstellung maßgeblich förderte. Von 1790 bis 1794 besuchte H. W. Schmidt die Zeichenakademie in Leipzig,die spätere Akademie der Künste. Zu seinen Lehrern gehörte dort der Baumeister Carl August Benjamin Siegel (1757-1832), der u.a. am Bau des Schlosses Löbichau beteiligt war.

 

Am 08.03.1798 wurde er in der Altenburger Loge „Archimedes zu den drei Reißbretern“ aufgenommen. Durch eine Studienreise 1798/1799 nach Rom und ca. 1802 nach Paris gewann er neue Eindrücke vom dortigen Baustil, was für ihn als Baumeister des hiesigen Logenhauses von Vorteil war. 1806 wurde er zum Herzoglichen Hof- und Landesbaumeister bestellt. Der Wunsch der Altenburger Logenmitglieder nach einem eigenen Logenhaus entstand am 06. Juni 1802 und schon am folgenden Tage kaufte der damalige Stuhlmeister Dr. Johann Friedrich Pierer (Vors. des Vereins) das Grundstück vorerst auf seinen Namen. Der endgültige Beschluss zum Kauf des Grundstückes und Bau des Logenhauses erfolgte am 08. Juli 1802. Es fehlte wie immer auch damals an den finanziellen Mitteln. Die Loge nahm eine Hypothek  auf, die Logenmitglieder zeichneten Aktien und erhielten Spenden. Der vom Baumeister Heinrich Wilhelm Schmidt gefertigte Riss und Kostenvoranschlag wurde am 05. August 1802 genehmigt, so dass bereits am 12. August 1802 die feierliche Grundsteinlegung erfolgen konnte und schon am 25. Oktober 1804 wurde das neue Haus in Gegenwart einer großen Zahl von Gästen eingeweiht.Heinrich Wilhelm Schmidt verstarb am 13.12.1813 offenbar an einer Rauchvergiftung, die er sich etwa 2 Wochen zuvor bei einem Brand in der Schmöllner Straße zugezogen hatte, als er bei der Rettung der Bewohner half. In seinem Nachruf vom 21.12.1813 bezeichnet ihn Minister Hans Wilhelm Freiherr von Thümmel als einen Mann, dessen Größe und Allgemeinheit das schönste Denkmal ist, das sein frühes Grab schmückt.

Dr. Siegmar Theil

mit besonderem Dank für Hinweise und Unterstützung durch die Fam Dr. Peter Frowein-Hestermann aus Meckenheim